25. September 2009

Lieblingsplatz Breitenstein

Den Lieblingsplatz gibt es nicht, wir alle haben sicherlich so viele Lieblingsplätze wie wir unterschiedliche Stimmungen haben. Manchmal sitze ich am liebsten am Schreibtisch, manchmal am fließenden Bach, auf einem Bergrücken hoch über dem Neckartal, in den sattgrünen Rheinauen, manchmal aber lieber im Hochgebirge, am brandenden Meer, auf einer stürmischen Nordseeinsel, und manchmal in einem tiefen, verzauberten Talgrund, wo die Zeit langsamer zu vergehen scheint. - Unsere "Lieblingsplätze" lauern überall.

Verwunderlich also, dass die Rhein-Neckar-Zeitung in einer Beitragsreihe auf die Spuren der Lieblingsplätze ihrer Leser ging? Sicher nicht, denn es ist bezeichnend und aufschlussreich, wie sich Menschen mit bestimmten Plätzen und Landstrichen verbunden fühlen. - Einer der ganz besonderen Räume, in denen nicht nur ökologisch und kulturhistorisch, sondern auch landschaftspsychologisch viele Charakteristika naturräumlicher Schönheit zusammentreffen, ist in unserem Land leider gar nicht mehr so häufig zu entdecken: die alte, historisch gewachsene Kulturlandschaft.

Eine solche Kulturlandschaft, ein Lieblingsplatz meiner Seele, ist der Eberbacher Breitenstein. Danke, Stefan Zeeh, für den sehr gelungenen Artikel.

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Alte Kulturlandschaft Breitenstein -
Verbissspuren von Weidetieren

Foto: Dr. Stefan Zeeh

Zeitensprung der Ödlandschrecke

Es war Anfang Juli und ich hatte mal wieder eine Exkursion im Steinbruch Nußloch-Baiertal, dem renaturierten und rekultivierten, einstigen Abbauareal von HeidelbergCement. Diesmal sollte es eine ganz besondere Führung werden, denn auch ein Jäger war dabei, einer von jenen Jägern der besonderen Art, die anschauliche Eindrücke, einprägsame Bilder und greifbare Informationen sammeln. Einer, der beispielsweise Blauflügelige Ödlandschrecken erjagt. Sein Name: Tilmann Herget, und er war dabei, einen Artikel für "context", das Magazin von HeidelbergCement, vorzubereiten.

An diesem sonnigen Sommertag schnupperte der junge Journalist also erstmals in den Steinbruch hinein und ließ sich - zusammen mit den
"R(h)einguckern", die an diesem Tag eine Geo-Führung mit mir gebucht hatten - einige der Jahrmillionen alten, steinernen Relikte erläutern. Welche Eindrücke er dabei vorgefunden und in sein Visier genommen hat, können Sie jetzt im neuen "context", diesmal mit Schwerpunktthema "Heidelberg - Stadt mit Profil" nachlesen - anbei finden Sie einen Auszug.

Der Satz, der mir in Tilmann Hergets Artikel über den Lebensraum Steinbruch mit seinen 240 Millionen Jahre alten Muschelkalk-Felswänden am allerbesten gefällt, ist dieser: "Eine Führung gleicht einer Zeitreise, bei der Jahrmillionen so lange dauern wie der Sprung einer blauflügeligen Ödlandschrecke..." - Zwar habe ich niemals deren Sprungzeit gestoppt, aber es stimmt allemal: Jede Reise durch die Erdgeschichte relativiert immer wieder aufs Neue unser allzu begrenztes, menschliches Zeitmaß.

Viel Spaß beim Lesen des Artikels - und zum Vergrößern bitte einfach das Bild anklicken!