Anlässlich einer Fernsehdoku aus der Sendereihe „Fahr mal hin“, die sich am Dienstag, 19. Oktober, 22.00 bis 22.30 Uhr, den zahlreichen Burgen des Neckartals widmet und dabei auch die "Burg Dauchstein" bei Binau vorstellt, greift proregnews eine Besonderheit dieses mittelalterlichen Burgturms heraus - keine historische, aber eine ungewöhnliche geologische Attraktion: den Sinterkalk, auch "Tuffstein" genannt, welcher der Burg einst ihren Namen gab, womöglich sogar ihren Standort an einem Steilhang des Flusstals vorgab.
Nicht markgräflich-markant wie Schloss Zwingenberg, unscheinbarer als die Neckarsteinacher Burgen oder Burg Zwingenberg, und schon gar nicht so romantisch verklärt wie das Heidelberger Schloss: Bei Binau im unteren Neckartal ragt die Burg Dauchstein aus steilen, sandsteinernen Talflanken empor. Erhalten ist heute noch der Wohnturm als Zeugnis einer frühen Burgbauhistorie, liebevoll restauriert von Ehepaar Jawurek aus Neudenau.
Doch die Anlage ist nicht nur ein historisches Glanzlicht, sondern hat ihre ureigene "Erd-Geschichte" zu erzählen. Unterhalb der Burg Dauchstein legt sich wie ein felsiger Vorhang ein ganz besonderes Gestein über den Steilhang. Seine gelblich-weiße Färbung verrät, dass es sich dabei nicht um den regionaltypischen Buntsandstein handelt: Unter dichtem Bewuchs entdecken Sie hier einen porösen „Kalktuff“, auch Travertin genannt. Noch besser trifft die Bezeichnung Sinterkalk die Entstehungsweise dieses Gesteins.


Die alte Bezeichnung „Kalktuff“ für das mitunter poröse Gestein rührt von der Ähnlichkeit zu vulkanischem Tuffit, mit dem es aber eigentlich gar nichts zu tun hat. Eine weitere Namensvariante ist "Duckstein" – oder eben auch "Dauchstein". So hat die mittelalterliche Burg bei Binau ihren Namen offenbar von den speziellen geologischen Verhältnissen bekommen, von der seltenen Kalkgesteinsformation unter ihren roten Sandsteinmauern.

Übrigens: Über den Dauchstein erzählt Ihnen auch eine vom Projektbüro proreg bearbeitete "Geopunkt"-Tafel des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, die Sie am oberen Zugang zur Burg Dauchstein entdecken.
Fotos: Michael Hahl / Historische Ausnahme: wikipedia
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