30. August 2008

Bilderbuch: Odenwald - ARD 02.11..2008

In den letzten Wochen stand der Odenwald mehrfach im Blickpunkt der Unterhaltungsmedien: Der Berliner Sender Deutschlandradio widmete dem sagenhaften Landstrich zwischen Main, Rhein und Neckar einen lebhaften Radioessay unter dem Titel Drachenblut und Kirschen. Und auch die ARD inszenierte den badischen Odenwald und das angrenzende Bauland als geschichtsträchtige und naturräumlich außergewöhnliche Landschaft. "Bilderbuch - Der Odenwald" heißt die Sendung, die am Sonntag, 02. November, um 13.45 Uhr deutschlandweit ausgestrahlt wird.

Federführend ist die Fernsehjournalistin Christina Brecht-Benze am Werk, die sich darauf versteht, das Gesicht der Regionen, in denen sie ihre Porträts entwickelt, mit facettenreichen Pinselstrichen zu zeichnen. So darf man sich auch diesmal auf einen sicherlich eindrucksvollen Fernsehauftritt des südöstlichen Buntsandstein-Odenwaldes und der angrenzenden Muschelkalk-Landschaft im Bauland freuen. Zusammen mit den ausgeklügelten Aufnahmen des Kameramanns Axel Frank sowie mit ausgewiesenen Kennern der Region entstand ein ganz besonderes Bilderbuch: Der Limes und das Römermuseum Osterburken sind ebenso im Fokus - teils sogar aus der Vogelperspektive, zusammen mit dem Luftbildarchäologen Rudolf Landauer - wie viele naturräumliche Schätze oder eigenwillige Events, etwa der Stapellauf des Wikingerschiffs „Oya“ und die Mediashow „Adelsheim leuchtet“.

Auch Waldbrunner Sehenswürdigkeiten stehen im Mittelpunkt: Szenen aus dem urigen Höllgrund - etwa von der Holznersmühle - und von der Mülber Stutenfarm werden gezeigt. Und mit dem Geographen Michael Hahl wird ein Blick in die steinernen Vulkanspuren am Katzenbuckel geworfen. Dieser begleitet das Filmteam schließlich auch zu einem weiteren landschaftlichen Naturhighlight: in die Neckargeracher Margaretenschlucht. (Dieser Absatz hat sich leider als Fehlinformation erwiesen; Katzenbuckel und Margaretenschlucht werden erst in dem Filmbeitrag "Fahr mal hin" präsentiert! Siehe dazu: mein Blog-Beitrag vom 04.11.2008!)

Wie schon bei Christina Brecht-Benzes unterhaltsamem, aber auch hintergründig recherchiertem Fernsehfilm über Heidelberg, der im Jahr 2007 erschien, kann man auch diesmal freudig gespannt sein, wie die landschaftlich sagenhafte Location Odenwald zum kleinen großen Medienereignis wird.

Nachtrag (Januar 2009): Die Sendung FAHRMAL HIN mit dem Südlichen Odenwald wird am 26. Mai 2009, 22 Uhr, im SWR-Fernsehen gezeigt, wie mir heute Frau Christina Brecht-Benze vom SWR mitteilte!

16. August 2008

Das Neckartal im Odenwald - Vermächtnis der Flussgeschichte














Als sich vor etwa 45 Millionen Jahren die Bruchschollen des Rheingrabens abzusenken begannen, nahmen Flusssysteme ihren Lauf auf, die dem neu entstehenden Gefälle am Gebirgsrand folgten und in die Ebene entwässerten. Vor 30 Millionen Jahren, als auch der nördliche Teil des Grabens stärker absank, dürfte sich ein „Ur-Neckar“ im Raum Heidelberg gebildet haben, dessen Quellgebiete in dem sich empor wölbenden Odenwald lagen.
Da der Absenkungsprozess des Rheingrabens und die Odenwald-Heraushebung anhielten, musste sich der Ur-Neckar zunehmend in die Gesteinschichten des Mittelgebirges einsägen; genug Erosionskraft war durch das starke Gefälle zum Vorfluter Rhein vorhanden. Nach und nach konnte der zunächst kleine Fluss seinen Lauf verlängern, indem das Quellgebiet immer weiter zurückverlagert wurde: der Prozess der rückschreitenden Erosion.
Allmählich wurden dabei auch einige Nebenflüsse, die ursprünglich in südliche Richtung zur Donau hin entwässerten, angezapft und eine großräumige Flussumkehrung trat ein. Nicht auszuschließen ist, dass der spätere Nebenfluss Itter einst der Oberlauf eines größeren südlich abfließenden Systems war, der in den westlich entwässernden Ur-Neckar umgeleitet wurde. Auch der scharfe "Neckar-Knick" bei Eberbach spricht für eine solche Flussanzapfung im Bereich der heutigen Ittermündung.
Der Neckarlauf hatte also eine große Erosionskraft und konnte stark in die Tiefe erodieren, während manche seiner Nebengewässer, einige kleine Bäche, noch heute dabei sind, ihr Tal einzutiefen, teils über steile Wasserfallstufen hinweg: die Wolfschlucht und die Margaretenschlucht entstanden. Solche Klingen, wie tiefe Kerbtäler in Deutschlands Süden genannt werden, sind Zeitmarken der Flussgeschichte und gehören zum charakteristischen Formenschatz der Neckartal-Geologie.
Alle Fotos - Copyright: Michael Hahl

11. August 2008

"Geo goes Goethe" - Neue Geotouren 2008

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Programmheft 2008 des Landschafts- und Forstamts Heidelberg

Sonntag, 31. August 2008

"Geo goes Goethe – Heidelberger GeoLiteraTour"

Themenwanderung mit der Germanistin Yvonne Weber und dem Geopark-Ranger Michael Hahl

Was passiert, wenn eine Germanistin und ein Geograph durch die Heidelberger Landschaft wandern? Die GeoLiteraTour führt zunächst am Neckar entlang, dann geht es bergauf durch Granit und Löss in der Neuenheimer Schweiz und durch die Sandstein-Aufschlüsse am Südhang, bereichert von herrlichen Fernblicken, zurück in die Stadt. Der Geograph sinniert über die Entstehung der Landschaft, die Germanistin über die Poeten und Schriftsteller, die sie schon einmal durchschritten oder sich wenigstens über sie geäußert haben. Ein Blick aus zwei Perspektiven entsteht, und wenn sich die beiden schmunzelnd über das Für und Wider der „rückschreitenden Erosion“ oder die romantisierende Sicht der Romantiker zanken, sind Sie live dabei, können sich mit ihnen amüsieren und einer Erd- und Kulturgeschichte mit Lokalkolorit lauschen.

Auch Goethe darf nicht fehlen, immerhin findet sich in seinem Lebenswerk nicht nur das forsche Wort, sondern auch der forschende Blick auf das Gestein: Der Heidelberger Granit machte ihm „einen angenehmen Eindruck“, und den möchten auch die Germanistin und der Geowissenschaftler hinterlassen. Denn am Ende fügt sich alles wunderbar zusammen und spätestens bei Eichendorff zeigt sich, dass beide, Literatur und Geologie, zu einem reizvollen Gemeinschaftserlebnis werden, solange sie nur das „Zauberwort“ treffen.

Informationen, Preisanfragen und Buchung über das Forstamt Heidelberg oder direkt bei Michael Hahl info@proreg.de bzw. 0 62 74-92 92 97.

Treffpunkt: Heidelberg-Neuenheim, Neckarwiese am Ende der Th.-Heuss-Brücke
Termin: Sonntag, 31. August 2008, 11-17 Uhr (mit Pausen und Vorträgen)
Kosten: Erwachsene: 12 Euro, Kinder und Ermäßigte: 12-17 Jahre: 6 Euro
Info: Gutes Schuhwerk, Wanderproviant; Einkehr am Ende der Tour möglich

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Programmheft 2008 des Naturparks Neckartal-Odenwald

Sonntag, 14. September 2008

"Eberbach – Stadt mit Flussgeschichte"

Geologische Themenwanderung auf den Spuren des Neckars

Seit eh und je fließt der Neckar durch die Stadt Eberbach im südlichen Odenwald. Durch alle Jahrhunderte hindurch wusste der Mensch den Fluss als Lebensader zu nutzen: Flößerei, Treidelkähne, die Kettenschleppschifffahrt und die Stauregulierung des 20 Jahrhundert – das alles sind historische Stationen der Verkehrsachse Neckar. – Der Fluss prägt bis heute das Eberbacher Stadtbild. Doch dass er seinen Lauf stets veränderte und keineswegs immer dort geflossen ist, wo wir ihn heute antreffen, das offenbart die Erd- und Flussgeschichte mit ihren landschaftlichen Zeugnissen. An wenigen Orten sind so vielfältige geologische Dokumente über die dynamische Entwicklung des Neckartals erschlossen wie in Eberbach: alte Talböden, Umlaufberge und ein merkwürdiges Flussknie erzählen von dem uralten, wechselvollen Kampf um die europäische Wasserscheide, bei dem der Neckar eine entscheidende Rolle spielte. – Erleben Sie eine kompakte Flussgeschichte auf herrlichen Wegen mit begeisternden Ausblicken hoch über der Stadt Eberbach.

Treffpunkt: Eberbach, Parkplatz am Neckarlauer
Termin: Sonntag, 14. September 2008; 10-15 Uhr (mit Pausen und Vorträgen)
Kosten: Erwachsene: 8 Euro, Jugendliche 12-17 Jahre: 4 Euro; Kinder bis 11 Jahre in Begleitung Erwachsener: 1 Euro
Info: Gutes Schuhwerk, Wanderproviant; Einkehr am Ende der Tour möglichAnmeldung: Michael Hahl, Tel. 0 62 74/92 92 97 und E-Mail: info@proreg.de

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Tag des Geotops 2008 - Geotop Renaturierter Steinbruch

Sonntag, 21. September 2008

"Der alte Steinbruch und das Meer"

Geologische Führung mit dem Geopark-Ranger Michael Hahl im renaturierten Steinbruch Nußloch (Heidelberg Cement)

Was hat ein renaturierter Muschelkalk-Steinbruch mit dem Meer zu tun? Die geologische Führung mit Geopark-Ranger und Geograph Michael Hahl kann darüber Aufschluss geben. Sie erfahren, wie vor rund 240 Millionen Jahren das Salzwasser in unseren Raum einströmte und wie aus den Meeresablagerungen Kalkgestein wurde. Eine Spurensuche im Steinbruch zeigt die Zeugen einer dynamischen Erdgeschichte: Fossilien wie die Stromatolithen erzählen Geschichten aus uralten Zeiten. Auch relativ "junge" Prozesse wie die Rheingraben-Bildung oder eiszeitliche Lösseinwehungen prägen das Erscheinungsbild. - Landschaft hat sich stets verändert. Heute spielt der Mensch eine immer größere landschaftsgestaltende Rolle, wie Nutzung und Renaturierung/Rekultivierung des Nußlocher Steinbruchs verdeutlichen.

Treffpunkt: Nußloch „Renaturierter Steinbruch“
Termin: Sonntag, 21. September 2008, 11-13 Uhr
Kosten: keine Teilnahmekosten
Info: Gutes Schuhwerk, Trinkwasser

Anmeldung und weitere Informationen zum Treffpunkt bei:
Frau Schleifer
Zementwerk Leimen
HeidelbergCement AG
Rohrbacher Str. 95
69181 Leimen
E-Mail: karin.schleifer@heidelbergcement.com
Tel.: 06224/703-201
Fax: 06224/703-202