22. Juni 2011

Achatweg Freisen eingeweiht


















Für den "Achatweg Freisen" im Saarländer Landkreis Sankt Wendel bearbeitete das geotouristische Projektbüro proreg zehn Tafeln fachlich, textlich und bildredaktionell als externer Partner der ARGUS concept Saarbrücken. Die Aufstellung der Tafeln im Gelände und die wegeplanerischen Vorgaben wie die Einrichtung eines Wegeleitsystems und die Installation von Sicherheitszäunen an Steilwänden und Felsabstürzen konnten von der Gemeinde Freisen umgesetzt werden. Der 6,6 km lange Geopfad wurde in Kooperation mit Achim Später (ARGUS concept), dem Netzwerk Freisen, dem Mineralienverein Freisen und der Grafikerin Sabine Meyer realisiert, dabei auch mit dem Naturpark Saar-Hunsrück abgestimmt. Das Projekt konnte mit LEADER-Fördermitteln für ländliche Entwicklung kofinanziert und am 17. Juni 2011 in Anwesenheit der regionalen Politprominenz sowie der Handlungs- und Entscheidungsträger sowie einheimischer Besucher eingeweiht werden.

An der Nordstrecke des Rundwegs erläutern zunächst vier der insgesamt zehn Tafeln - überwiegend im anschaulichen Format 120 x 80 cm - den Streckenverlauf des Themenwegs und die Geologie des Saar-Nahe-Beckens, zu dem auch der vulkanisch entstandene Hellerberg gehört. Eine Aussichtsplattform mit eindrucksvollem Blick in den renaturierten Andesit-Steinbruch Schassewitt ist ein erstes Highlight des Achatwegs. Dann folgt eine Schautafel mit einem fotografischen Überblick der spektakulären Hellerberg-Funde: Achate, Zeolithe und Goethite.

Nach einer über das Rheinland-Pfälzische Reichweiler führenden Waldwegschleife biegt die Route bald in den aufgelassenen Steinbruch Becker an der Südostflanke des 596 m ü. NN hohen Hellerbergs ein. Hier beginnt der faszinierendste Streckenverlauf der landschaftlich sehr abwechslungsreichen Geotour. Steile Felswände zeugen von dem bis ins Jahr 1981 betriebenen Andesit-Bruch, der insbesondere mit den Baumaßnahmen für die Autobahn A62 einsetzte.

Zunächst erläutert eine Tafel den frühneuzeitlichen Achatabbau in Freisen und Umgebung, der nach 1830 eine wirtschaftliche Blüte erlebte und noch bis etwa 1870 anhielt. Auch die später einsetzende Sammlerleidenschaft des "Steinvolks" wird thematisiert, die sich heute noch in Vereinsaktivitäten des Mineralienvereins Freisen zeigt.

Tafelstandort 7 führt schließlich zu einem ausgesprochenen Faszinosum am Achatweg: Aus einer nahezu zehn Meter hohen Steinbruchwand ragt eine rätselhafte Felsenkugel mit zwiebelschalenartigem Aufbau hervor. Im Volksmund wurde der halbrunde Aufschluss lange als Basalt-Rose bezeichnet, allerdings handelt es sich auch hier um Andesit, für den eine plattige Absonderung charakteristisch ist. Bei der Entstehung dieser "Andesit-Rose" wirkte einerseits der Prozess der Exfoliation, der plattige Absonderung aufgrund von Druckentlastung entstehen ließ. Andererseits dürfte dieser steinerne Halbkreis wohl bereits durch eine strömende magmatische Schmelze im Rahmen der permzeitlichen vulkanischen Aktivitäten initiiert worden sein. Hier kommen ein einstiger Lavastrom oder eine unterirdische Intrusion in Betracht, auch ein vulkanischer Nebenkrater wäre denkbar.

Die nächste Tafel erläutert an einem ebenfalls eindrucksvollen Felsaufschluss die lange umstrittene Entstehungsweise der Achate. In der Steinbruchwand findet der Besucher Achatbildungen direkt im andesitschen Muttergestein. Dreht man sich um, hat man von hier - wie übrigens im gesamten Steinbruchbereich dieser Bergflanke - einen grandiosen Ausblick über die Ebene und die Höhenzüge südlich des Hellerbergs. Ein unvergessliches Panorama ermöglicht auch die Aussichtsplattform an Tafelstation 9, die zudem das Vorland in seiner geomorphologischen Entstehungsweise erläutert und auf benachbarte Höhenzüge wie das Weiselberg-Massiv eingeht.

Die abschließende Station des Achatwegs Freisen steht an einer wunderbar positionierten und aussichtsreichen Wanderhütte. Tafel 10 weist bei dieser Gelegenheit gleich noch auf weitere "steinreiche Erlebnisse" der Region rund um Freisen hin, die - das darf man nach der Eröffnung des Achatwegs felsenfest behaupten! - mit ihren geotouristischen Potenzialen nicht länger hinterm Berg halten muss.

Nachfolgend sehen Sie einige Bilder von der Einweihung des "Achatwegs Freisen" am 17. Juni 2011 ... (Fotoreihe: Achim Später)
















http://www.netzwerk-freisen.de/images/stories/achatweg/einweihung_achatweg/index.html

http://www.wochenspiegelonline.de/content/nachrichten/saarland/s/00b1e19d72af1f118bbfa10f8b78fe63/article/einblicke-in-die-erdgeschichte/

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/stwendel/Achatweg-freisen-wanderweg;art2799,3813671

21. Juni 2011

Highlights im Netz

Projektbüro proreg bearbeitet Sehenswürdigkeiten
für sechs Kommunen im "WanderWalter"

Bis zum Jahresbeginn 2011 wurde eine größere Zahl wissenschaftsjournalistischer Artikel von Michael Hahl verfasst. Jeder Beitrag thematisiert ausgewählte kultur- und landschaftsgeschichtliche Sehenswürdigkeiten für die Stadt Eberbach und die Gemeinde Spechbach (beide Rhein-Neckar-Kreis) sowie die Neckar-Odenwald-Kreiskommunen Waldbrunn, Limbach, Elztal und Binau.

Die Beiträge wurden als touristisch bedeutsame "Points of Interest" fachlich aufbereitet und textlich auf etwa eine DIN-A4-Seite komprimiert. Teils war aufwändig zu recherchieren, teils flossen eigene wissenschaftliche Betrachtungen ein, teils konnte auch gut auf bereits vorhandene Literatur zurückgegriffen werden. Schließlich wurden die Artikel in den digitalen Guide http://www.wanderwalter.de/ eingepflegt, der seit 2010 im Naturpark Neckartal-Odenwald udn im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald etabliert ist. Die Lokalitäten wurden georeferenziert und erscheinen nun zusammen mit Text und Foto neben den digitalen Karten des Guide-Systems.

So entstand in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, dem Naturpark und WaltersWelt GbR eine respektable Artikelsammlung zu regionalen Highlights mit hintergründiger Information, die sicherlich auch in einem guten Reisemagazin ihren Platz finden würde. Ferner wurden einige Wanderrouten zusammengestellt und georeferenziert und weitere infrastrukturelle POI eingepflegt, bspw. Gastronomie, Wanderparkplätze und einiges mehr.

Also, schauen Sie mal rein in den WanderWalter unter http://karte.wanderwalter.de/odenwald/ und geben Sie die Namen der betreffenden Kommunen (oder auch einfach nur den Autorennamen "Hahl") ins Suchfeld ein. Nachfolgend liste ich ein Verzeichnis mit den Titeln der Beiträge aus der Werkstätte proreg auf.

EBERBACH

* Wo einst der König unterkam - Das Bettendorfsche Tor und der Hof
* Das Alte Badhaus in Eberbach - "Wellness" im Mittelalter
* Der Alte Markt - historisches Zentrum Eberbachs
* Neuer Markt - Vorstadt am Oberen Tor
* Haspelturm - Koloss der Altstadt
* Rosenturm - wo der Kobold geisterte
* Pulverturm - Mantel aus Sandstein
* Blauer Hut - Stirnseite gegen die Neckarflut
* Neckarlauer - Flussblick im Zeitenwandel
* Bronzeskulpturen erzählen Kulturgeschichte
* Burgruine Eberbach. Drei Burgen über dem Neckartal
* Emichsburg - ein Jagdschloss für zwanzig Jahre
* Steinbruch Schneckenweg - Zeugnis der Steinhauerei
* Steinbruch Rockenau - Typisch Neckartäler Hartsandstein ...
* Steinbruch Gaimühle - Sandsteintradition aus Eberbach
* Wolfsstein - Kulturdenkmal für einen gejagten Jäger
* Bärenzähne am Ohrsberg
* Teufelskanzel - Landschaft der Sinne
* Landschaftsschutzgebiet Breitenstein
oder: Wozu brauchen wir "schöne Landschaft"?
* Eutersee - kalt, kälter, am kältesten
* Badisch-Schöllenbach – zwischen Eutersee und Quellkirche
* Friedrichsdorf – Ortsgründung mit Anlaufschwierigkeiten
* Gaimühle – der kleinste Stadtteil Eberbachs
* Badisch-Igelsbach – Geteiltes Dorf im „Hirschhorner Zipfel“
* Brombach – der ferne Stadtteil Eberbachs
* Pleutersbach – das Dorf in der Stadt
* Lindach – im Schatten der Burg Zwingenberg
* Rockenau – die alte „Roggen-Au“ am Neckar
* Unterdielbach – Von der Langsamkeit einer Entdeckung

SPECHBACH

* Rathaus Spechbach – Geschichte auf dem Weg nach Morgen
* Dorfplatz – Zeitreise durch die Ortsgeschichte
* Römerbrunnen - Ein Vicus am Lobbach
* Kraichgaublick – Zwischen Buntsandstein und Muschelkalk
* Kirchen - Auf den Spuren der Kirchengeschichte
* Hugenotten-Waldenser-Pfad – Fluchtwege der Toleranz

WALDBRUNN

* Die alte Linde von Waldkatzenbach - Stille Zeugin der Jahrhunderte
* Mülbener See - Stausee für das Mühlwehr
* Höllbach - Ein Vermächtnis der Flussgeschichte
* Katzenbuckel-See - Der "Kratersee" des Vulkans?
* Der Katzenbuckelturm - Das Phänomen der magnetischen Gipfelfelsen
* Vulkanische Bombe oder Verwitterungsform?
* Ferdinandsdorf - Steinerne Zeugen im kollektiven Gedächtnis
* Das Felsenhaus - Steinreicher Schlupfwinkel der Winterhauchräuber
* Unterhöllgrund - Wo das Mühlrad den Takt schlug
* Geheimnisse der Eisigklinge - Stiller Taleinschnitt voller geologischer Sensationen
* Kurgestüt Hoher Odenwald - Pionier der Stutenmilchproduktion
* Luftkurort Waldbrunn - Ihr Ferienland, wo der Odenwald am höchsten ist!

LIMBACH

* Die neue Pfarrkirche St. Valentin - Auferstanden aus dem Feuer…
* Dem Limbacher Schloss auf der Spur - Vom Verschwinden einer Stauferburg
* Dreisteg - „Der Weg ist das Ziel“
* Vom Buntsandstein zum Muschelkalk - Geologischer und siedlungsgeschichtlicher Rundblick am Limbacher Schützenhaus
* Heidersbacher Mühle - Sinneserlebnis im Takt der Geschichte
* Dorfmuseum Wagenschwend - Chronik heimischer Tradition
* Wegmarken einer Sakrallandschaft: Marienkapelle in Scheringen
* Wegmarken einer Sakrallandschaft: Bildstock von 1628
* Wegmarken einer Sakrallandschaft: Steinkreuz in Scheringen

ELZTAL

* Römisches Neckarburken - Zentralort am Limes
* Museum Elantia - Römerspuren im Elztal
* Kalkofen Neckarburken - Vom Muschelkalk zum Mörtel
* Kalkofen Dallau - Technisches Kulturdenkmal an der Buntsandstein-Muschelkalk-Grenze
* Schloss Dallau - Monument mit dem Atem des Mittelalters
* Rineck - Ein geschundenes und verschwundenes Dorf
* Georgskirche Rittersbach - Das Geheimnis der „Zwillingskirchen“

BINAU

* Dorfplatz – Schlossblick mit Ortsgeschichte
* Dorfkirche Binau – Fresken aus dem Mittelalter
* Jüdischer Friedhof – Zeitgeschichte aus der Stille
* Binauer Apfelgarten - Landschaftspflege mit Gaumenfreuden (Kunze/Hahl)
* Streuobstwiese Lerchenberg - Alte Kulturlandschaft und die neue Lust an der Natur
* Dauchstein – Die Burg auf dem Tuffstein
* Blick in die Flussgeschichte von Neckar und Elz
* Binauer Neckarschleife - Der Neckar im Wandel der Flussgeschichte
* Treidelpfad Binau - Von Schiffsziehern und Halfreitern
* Mit Volldampf durch den Buntsandstein. Geschichte und Geologie des Eisenbahn- und Tunnelbaus (Lichtenberger /Hahl)


Alle diese wissenschaftsjournalistischen Artikel können auch gerne in anderen Schriften zitiert werden. Beachten Sie bitte, dass auch Beiträge aus dem Internet immer dem Urheberrecht unterliegen: Zitate können unter Angabe der Quelle verwendet werden. Quellenangabe beispielsweise wie folgt: Hahl, M. 2010: [TITEL DES BEITRAGS]. URL: http://karte.wanderwalter.de/odenwald (Titel oder Suchbegriffe ins Suchfeld eingeben)

Auch eine Artikelreihe in der Rhein-Neckar-Zeitung, Eberbacher Ausgabe, und der Eberbacher Zeitung wurde auf der Basis der ausgearbeiteten Beiträge von mir vorgelegt, teils komplett neu verfasst. Seit Spätjahr 2010 erscheinen in loser Reihenfolge Artikel unter den Rubriken "Verborgene Schätze" resp. "Kulturreich Odenwald".